Selbsthilfegruppe für Umwelterkrankte gründet sich

Selbsthilfegruppe für Umwelterkrankte gründet sich

In Braunschweig soll eine neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit umweltbedingten Erkrankungen gegründet werden. Die Entstehung derartiger Erkrankungen hat oft mit einer erhöhten Belastung durch Chemikalien, Wohngifte oder Zahnfüllstoffe (Amalgam) zu tun und führt im Verlauf zu einer überhöhten Empfindlichkeit gegenüber derartigen Stoffen. Man spricht daher auch von Chemikaliensensibilität oder -intoleranz.

Betroffene Menschen reagieren bei Kontakten mit Alltagschemikalien und Umweltgiften schon in sehr geringer Dosierung mit schweren gesundheitlichen Beschwerden. Vor allem Duftstoffe in Kosmetikartikeln, aber auch Putzmittel, Farben und Lacke, ausgasende Möbel und Bodenbeläge, Abgase oder Zahnfüllstoffe können  starke Kopfschmerzen, Asthma, Schwindel, schwere Erschöpfung, plötzliche Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme oder Gelenkschmerzen verursachen. Im Zusammenhang mit der Erkrankung können sich auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Elektrosensibilität, ein chronisches Erschöpfungssyndrom oder Fibromyalgie einstellen.

Für die Betroffenen hat eine Chemikaliensensibilität oft schwerwiegende Folgen: Durch den vielfältigen Einsatz von Chemikalien in allen Lebensbereichen führt die Erkrankung nicht selten zu Arbeitsunfähigkeit und sozialer Isolation. Hinzu kommt, dass Umwelterkrankungen medizinisch oft nicht richtig erkannt und diagnostiziert werden. Die umweltmedizinische Versorgung in Deutschland ist mangelhaft und die hohen  Behandlungskosten müssen fast immer privat finanziert werden. Auch tun sich Sozialversicherungsträger schwer mit der Anerkennung dieser Erkrankungen. Schadstoff-,  elektrosmog- sowie mobilfunkfreie Wohnungen, die Betroffene zur Linderung ihrer Beschwerden dringend benötigen, sind auf dem Wohnungsmarkt praktisch nicht vorhanden.

Vor diesem Hintergrund hat sich ein Betroffener dazu entschlossen, den Kontakt zu anderen Menschen mit Umwelterkrankungen zu suchen. Es geht ihm darum, sich über Erfahrungen und Informationen auszutauschen und auch Verständnis zu finden unter Menschen in der gleichen Situation. Interessierte Betroffene können sich an die KIBiS wenden.

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