Mut-Tour 2016 als Tandemfahrt gegen das Stigma der Depression machte Stopp in Braunschweig - Aktion will auf Depression als Erkrankung aufmerksam

Zum dritten Mal fand die sogenannte Mut-Tour als dreimonatige Staffel-Fahrradfahrt durch ganz Deutschland statt. Die Mitmach-Aktion führt durch mehr als siebzig Städte im ganzen Bundesgebiet. Ziel der Tandemfahrt ist es, Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen zusammenzubringen, gemeinsam in der Natur Bewegung zu sein, Aufklärungsarbeit zu leisten und Gemeinschaft zu erleben. Die sogenannten Mutmacher wollen mit der Aktion Ängste und Vorurteile abbauen und einen Beitrag zum offenen und unverkrampften Umgang mit der Krankheit leisten.

Insgesamt sind mehr als fünfzig Fahrerinnen und Fahrer auf der Tour durch alle Bundesländer unterwegs. Der Startschuss fiel am 18. Juni in Leipzig. Das gemeinsame Ankunftsziel wird im September in Bremen sein. Ein Team von sechs Teilnehmern der Mut-Tour machte am vergangenen Donnerstag Station in Braunschweig. Bei der Veranstaltung auf dem Kohlmarkt - initiiert vom hiesigen Netzwerk Depressionen - wurden die Fahrer mit einem Trommelwirbel der Gruppe Art of Drumming unter der Leitung von Michael Kopatsch herzlich empfangen. Verschiedene soziale Einrichtungen informierten an dem Nachmittag rund um das Thema Depression sowie über die vorhandenen Beratungs- und Hilfsangebote in Braunschweig. Mit dabei war auch die Kontaktstelle für Selbsthilfe, KIBiS.

Ines Kampen, Leiterin der KIBiS, bot zusammen mit Frank Bauer vom Integrierten Gesundheitsdienst Neuerkerode, einen Büchertisch rund um das Thema Depression angeboten. Die Buchhandlung Graff unterstützte die Aktion und stellte Bücher sowohl für Betroffene als auch Angehörige und professionell Tätige zusammen.

In einem Interview, das Ines Kampen mit Sebastian Burger, dem künstlerischen Leiter der Mut-Tour führte, sprach Burger über seine bisherigen Erfahrungen und Eindrücken: "Es ist ein tolles Gefühl hier in Braunschweig von so vielen Menschen und den Trommlern eindrucksvoll, fröhlich, freundlich und laut hörbar begrüßt zu werden“, sagte Burger und zeigt sich erfreut über die positiven Wirkung der Aktion: "Depression ist immer noch eine Erkrankung, die viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit benötigt, da sie immer noch tabuisiert wird. So langsam merken wir, dass die Aktion Mut-Tour bekannter wird. Wir engagieren uns, nach dem Prinzip: Wir kommen Schritt für Schritt vorwärts."

Die Leiterin der KIBiS sowie zwei weitere Teilnehmer des Netzwerks Depression begleiteten die sechs Mut-Tourfahrer zur Übernachtung auf dem Kennel-Gelände, denn während der Fahrt übernachten die Fahrer zumeist nicht in Hotels sondern auf Zeltplätzen. "Beim Gespräch am Abend konnte ich erfahren, dass das Überschreiten persönlicher Grenzen wichtige Erfahrungen sind, die nachhaltig positive Veränderungen im Leben bewirken können", erzählte Ines Kampen von den sehr persönlichen Eindrücken einer Mut-Tour-Fahrerin, die das erste Mal eine so lange Strecke mit dem Fahrrad gefahren ist.

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