Mut-Tour 2019 endet in Braunschweig - die KIBiS empfängt die Radler*innen herzlich

Am Sonntag, 01.09.2019, gegen 14.30 Uhr kamen die drei Tandems der Mut-Tour 2019 mit dem dreiköpfigen Organisationsteam sowie vier Begleitfahrer*innen aus Schladen bei der KIBiS an. Bei schönem Sommerwetter wurden die Fahrerinnen und Fahrer im Garten von Ines Kampen und Nicole Sattler, beide KIBiS, und den Vertreter*innen des Selbsthilfegruppenrates Hella Sievers, Wilma Isola und Stefan Lange herzlich begrüßt. Zur Stärkung der Radler*innen gab es kühle Getränke, Obst, Nüsse und Laugengebäck.

Danach kamen alle Beteiligten schnell ins Gespräch, wobei es die Anwesenden hauptsächlich interessierte, wie die Tour erlebt wurde und was dabei für Erfahrungen gemacht worden sind. "Ich lerne Gegenden kennen, die ich ohne die Tour gar nicht bereist hätte", sagte Maria, "obwohl ich bereits bei der Mut-Tour das vierte Mal mitfahre." Die fünf Radler*innen sind die Nordtour gefahren, die am 26. August in Jena gestartet ist. Insgesamt wurden dabei 320 Kilometer zurückgelegt. Die längste und hügeligste Strecke betrug 55 km und lag zwischen Aschersleben und Wernigerode. "Dieser Tourenabschnitt war sehr anstrengend," berichtet Corinna, "und hat mich sehr herausgefordert. Aber wenn ich jetzt hier sitze, dann merke ich wie stolz ich bin, dass ich die Tour geschafft habe."

Den Teilnehmer*innen der Mut-Tour ist es wichtig, dass Thema Depression in die Öffentlichkeit zu bringen, um dem Stigma der Erkrankung entgegen zu wirken. "Die Krankheit ist schwer zu verstehen," erzählt Kim, "in meinen guten Lebensphasen kann ich es selbst nicht nachvollziehen, warum es mir während der Depression schwerfällt, mich gut zu versorgen und die Wohnung zu verlassen." Maria, die bereits mehrmals mitgefahren ist, empfindet es trotz jahrelangem Wissen um ihre Erkrankung immer noch als eine Herausforderung, geduldiger mit sich zu sein und Schonräume im Alltag einzubauen. Alle drei betroffenen Frauen sind sich aber einig, dass es sie weitergebracht hat, offen über ihre Erkrankung zu sprechen und sich mit Gleichbetroffenen auszutauschen.

"Es war sehr spannend zu erfahren, wie reflektiert junge Betroffene mit ihrer Depression umgehen", berichtet Ines Kampen, Leiterin der KIBiS, "und sich für sich und andere Betroffene engagieren. Denn alle Fahrer*innen haben sich für die Radtour Urlaub oder andere Freiräume schaffen müssen."

Die KIBiS wünscht den Radfahrer*innen einen guten Heimweg – und vielleicht gibt es eine erneute Begegnung bei einer der nächsten Mut-Touren.

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