Selbsthilfegruppe "Trotz Schmerzen lachen" aus Braunschweig gestaltet die Sendung Plattenkiste von NDR 1 Niedersachsen

Der NDR berichtet: "Viel zu erzählen gab es in der Sendung 'Plattenkiste' bei NDR 1 Niedersachsen. Am 18. November zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Monika Lüddeckens, Marion Mietzko und Tonja Müller mit Moderatorin Martina Gilica über die Arbeit von TSL - Trotz Schmerzen lachen. Die Selbsthilfegruppe aus Braunschweig wendet sich an Patienten mit chronischen Schmerzen.

Monika Lüddeckens ist schon 'behindert auf die Welt gekommen', erzählt sie in der Sendung. Sie konnte von Anfang an nicht gut gehen, nicht ohne Schmerzen jedenfalls, und litt sehr unter den Verhältnissen. Wer sich nicht schmerzfrei bewegen kann, sitzt lieber - doch das bedeutete Einsamkeit für sie. Als sie nach einer Selbsthilfegruppe fragte, erfuhr sie, dass es noch keine gab - und gründete sie dann vor zwei Jahren selbst. Gegen das 'tiefe Loch' wollte sie unbedingt angehen. Marion Mietzko wünschte sich ebenfalls mehr Teilhabe am Leben. Allein zog sie sich mehr und mehr zurück, denn wegen ihrer Rheumaerkrankungen ergaben sich für sie immer schwerere Folgen. Über ihre Schmerztherapeutin kam sie an den Flyer und so an die Gruppe. Der Austausch mit den anderen gibt ihr neuen Mut.

Inzwischen sind sie zu zehnt in der Gruppe. Kürzlich kam die Idee auf, sich auch mit Angehörigen zu treffen. Für Tonja Müller ist genau dieser Kontakt wichtig für ihren Umgang mit dem kranken Partner. Sie ist nämlich selbst Angehörige eines Patienten mit chronischen Schmerzen und sagt, sie wisse nie, wie der Tag sich entwickelt. Ihr Partner kann kaum gemeinsam mit ihr etwas unternehmen. Ihr erwachsener Sohn steht ihr zwar zur Seite, doch ansonsten 'fresse ich alles ein bisschen in mich rein', erklärt sie. Der Bedarf ist also da, denn es ist nicht leicht, den Alltag völlig anders zu strukturieren, betont auch Marion Mietzko: Alles, was man unternimmt, ist mit Schmerzen verbunden. So muss dann der Angehörige Motor des Patienten sein. Alltägliche Hindernisse stehen dem oft im Wege: fehlende Bänke für eine Ruhepause, zu weit entfernte Parkplätze vom Ziel usw. Das bestätigt Tonja Müller aus eigener Erfahrung. Sie erlebt, wie der kurze Rundgang mit dem Hund trotz aller Motivation noch mehr gekürzt werden muss, da die Schmerzen des Partners überhand nehmen.

Im Laufe der zwei Jahre sind einige Projekte entstanden, freut sich Monika Lüddeckens. Eine Psychologin für Schmerzpatienten erklärte ihnen das Schmerzgedächtnis, auch mit Schaubilder. Das Verständnis für die Gründe erleichtert den Umgang mit Schmerzen. Auch Lach-Yoga hilft und hat viel Spaß gemacht. Marion Mietzko erzählt von einer anderen Dame der Gruppe, die bastelt gegen ihre Schmerzen an - auch für die anderen Patient*innen. Die Ablenkung nützt ihr. Marion Mietzko selbst hat Entspannung erlernt, sie geht zudem in einer Yoga-Gruppe, in der sie sitzend mitmacht, und sie hat gelernt, ihre Kräfte einzuteilen.

Einen wichtigen Wunsch haben die Damen in der Sendung: Es sollte mehr Behinderten-Parkplätze geben, auf denen auch die chronischen Schmerzpatienten parken dürfen - was derzeit nicht der Fall ist. Deshalb wünschen sie sich in dieser Hinsicht eine Gesetzesänderung. Mitleid wollen die Schmerzpatienten nicht, aber man sieht ihnen die schwerwiegende Erkrankung ja auch nicht an. Für Januar ist geplant, von einem Lehrer Qi Gong zu lernen. Gemeinsam wollen sie in der Zukunft noch viel bewirken - und auch eine Angehörigen-Gruppe ins Leben rufen."

Mehr über die Sendung und das Gespräch als Video finden Sie unter www.ndr.de/ndr1niedersachsen/sendungen/plattenkiste/Die-Plattenkiste,plattenkiste2.html.

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