Mund-Nasen-Bedeckung: Ausnahmen bei Menschen mit bestimmten Behinderungen oder Vorerkrankungen

Petra Wontorra, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, plädiert für mehr Rücksicht gegenüber Menschen, die krankheitsbedingt keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können.

Menschen, die beispielsweise unter Lungenerkrankungen oder psychischen Behinderungen leiden, sind von der Maskenpflicht befreit, wenn ein Attest der behandelnden ÄrztInnen vorliegt. Andernfalls könnte eine Mund-Nasen-Bedeckung Asthmaanfälle, Ohnmachtsgefühle oder Panikattacken verursachen.

Allerdings berichten Betroffene immer häufiger von Konflikten z.B. beim Frieseur, im Bus, beim Arzt oder in Geschäften. Häufig wird ihnen zu Unrecht der Zugang zu öffentlichen Einrichtungen verwehrt, obwohl sie gesetzlich von der Maskenpflicht befreit sind. Petra Wontorra möchte an die Öffentlichkeit appellieren, Menschen ohne Mund-Nasen-Bedeckung nicht vorschnell zu diskriminieren oder zu stigmatisieren:

„Mit der Vorlage des ärztlichen Attestes gibt der Mensch bereits Informationen aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich preis. Menschen sollten sich nicht wegen einer Behinderung oder Erkrankung rechtfertigen müssen.“

Häufig berufen sich BetreiberInnen öffentlicher Einrichtungen bei der Zutrittsverweigerung auf ihr Hausrecht. Allerdings ist die Ausübung des Hausrechts nur im Rahmen des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zulässig. Das AGG zielt auf den Schutz von Menschen vor Diskriminierung und Benachteiligung ab. Die Ausübung des Hausrechtes darf demnach nicht zur Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen bzw. Vorerkrankungen führen.

Hier finden Sie die Presseinformationen des Landes Niedersachsen.

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